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NC-17 (Crack!)




„Ich glaube, dass Mario ein vernünftiger Junge ist, der bei uns auch auf andere vernünftige junge Leute trifft und deswegen achten wir schon auf ihn.“ – Mats Hummels






Mario klopfte ungeduldig an die Tür.

Er hatte es ja vorher schon geahnt, als Kloppo die neue Zimmeraufteilung vorgelesen hatte. Nevens enttäuschter Blick und Mats, der ihm verständnisvoll und fast schon ein bisschen zu zärtlich auf die Schulter geklopft hatte. Nein, kein ungestörter Vögelabend, Neven saß mit Mario fest und und Mats durfte sich nachts die Ohren von Kevin vollschnarchen lassen.
Mario verdreht die Augen und klopfte nochmal. Das gab es doch nicht – nicht mal einen verdammten Abend hielten die beiden es aus! Und nach dem kehligen Stöhnen zu urteilen waren sie schon voll bei der Sache.

„Hey!“ unwirsch donnerte Mario mit seinen Fäusten gegen das Türblatt, erntete dafür nur einen verdammt lauten, heiseren Aufschrei von innen. Langsam wurde es ihm zu bunt. Es war schon fast elf und er wollte sich noch irgendwann aufs Ohr legen... aber bis dahin würde das Zimmer sowieso so intensiv nach diesem mega geilen Sex stinken, dass er sich nur noch mit Klammer auf der Nase in der Schlaf zwingen konnte.

Die gegenüberliegende Tür ging auf und Lucas steckte seinen Kopf durch den Türspalt. „Qué pasa?“
„Neven und Mats ficken sich das Hirn raus. Auf meinem Bett.“ Es war egal, was er sagte, Lucas verstand eh nicht mehr als ‚Neven’, ‚Mats’ und ‚Bett’.
Der Argentiner zog verwirrt die Augenbrauen hoch. Dann registrierte er das dumpfe, aber eindeutige Stöhnen, und öffnete schnell die Tür. „Mario. Entre! Rapidamente.“
„Nein!“ Mario drehte dem Stürmer demonstrativ der Rücken zu. Er wollte in sein Zimmer und basta.
„No es bueno.“ Hörte er Lucas noch mit Grabesstimme sagen, bevor er auch schon die Türklinke niedergedrückt hatte. Eigentlich aus Trotz, er hatte nicht erwartet, dass diese zwei Vollpfosten von Innenverteidigern tatsächlich die Tür nur angelehnt hatten.

Überrumpelt starrte Mario auf die Szene, die sich vor seinen Augen auftat. Tatsächlich war es genauso vulgär, wie es ohne Bild geklungen hatte. Mats hatte seine Beine um Nevens Hüfte geschlungen und einen Gesichtsausdruck á la ‚Mir-ist-alles-außer-seinem-Schwanz-scheißegal’. Nevens Hinterkopf war verschwitzt und er war eindeutlich damit beschäftigt, Mats einen phenomenalen Knutschfleck auf die Halsbeuge zu verpassen.

Es dauerte eine Weile, bis die beiden bemerkten, dass Mario im Raum war. Mats öffnete seine verschleierten Augen und schaute erstmal glückselig und leicht unfokussiert in die Luft. Dann versteifte er sich augenblicklich und versuchte sofort, Neven von sich runter zu schubsen.
„Was denn.. Aua – war das nicht –“ Nun drehte sich auch Neven zu Mario um. Sofort weiteten sich seine Augen. „Oh Scheiße! Hey... Mario.“
„Hallo.“ Mats hielt sich ein Hotelkissen vor den Schritt und grinste gezwungen. „Ähm, Neven wollte mir... gerade... eine Massage... geben.“
„Ja, ja. Klar. Masseur ist krank.“
„Und Neven kennt serbische... Tricks. Die sind besonders... entspannend.“
„Total, ja. Serbisch und so...“

Mario verdrehte die Augen und ging zu seinem Koffer, um sich das Schlafshirt hervorzusuchen. Während er sich für sein Gott sei Dank noch unbenutztes Bett fertig machte, hörte er Mats und Neven leise tuscheln.
„...hast Roman gehört...“
„Ist doch nicht so schlimm...“
„Er ist noch nicht eingeführt... das können wir ihm nicht zumuten...“

Es war mal wirklich lächerlich, dachte sich Mario, während er mit der Zahnbürste in der Hand richtung Badezimmer verschwand. Genauso wie der werte Herr Barrios, der ihn auch noch hatte vorwarnen wollen. Er war doch nicht blöd – nein, im Grunde sah doch jede blinde Kuh, was in der Mannschaft so vor sich ging. Das Einführungsritual konnten sie sich sparen – Mario wartete nun schon seit geschlagenen drei Monaten darauf, aber scheinbar war es ihm nicht zumutbar, so schnell schon etwas in den Arsch geschoben zu bekommen... Der arme, hilflose, kleine Mario.

Die Zähne waren geputzt und Mario wischte sich das letzte bisschen Zahnpastaschaum vom Mundwinkel, bevor er sich auf den Weg zu seinem kuschelig sterilen, absolut Spermafreien Bett machte.
Mats und Neven saßen tatsächlich noch da. Der Serbe hatte sich im Bett zurück gelehnt und erzählte gerade mit einer für ihn ziemlich untypischen Miene von seiner Mutter. Mats hatte sich seine Boxershorts übergezogen und lauschte lächelnd. Das Bild hätte man im Kindergarten an die Wand hängen können.

„Na? Wollt ihr mich auch mal massieren?“ Mario stöberte in seiner Tasche nach dem iPod und warf seinen Kollegen leicht spöttische Blicke zu. Wenn Roman und Kehl wollten, dass die Neuzugänge und Jugendspieler vor ihrer Einführung nichts von den allgemeinen Aktivitäten innerhalb der... Gemeinschaft erfuhren, dann sollten sie lieber Hummels und Subotic das Gucken verbieten. So verliebt wie die sich die ganze Zeit anschauten, würde sogar Lasse Sobiech bald drauf kommen, was Sache war.

„Ähm.“ Mats räusperte sich, setzte sein Erklärergesicht auf, das bei den Reportern immer zog. „Ich finde, du solltest die vorherigen Bilder lieber vorerst... zur Seite schieben. Roman wird dir dann sicherlich alles genau erläutern.“
„Ja, mit seinem Schwanz.“ Entgegnete Mario trocken und legte sein Handy auf den Nachttisch. „Wie war er eigentlich... ach nee. Ihr hattet den echten Kapitano.“
Ein Seitenblick sagte ihm, dass Neven erstaunt blinzelte und Mats die Augenbrauen ziemlich weit hoch gezogen hatte.
„Na da is’ mal einer schlagfertig.“ Neven hatte sich wieder erholt und schien nun, angesichts der Tatsache, dass Mario sowieso die Unverfrorenheit selbst war, nicht mehr gehemmt, Mats anzufassen. Sofort schlang er einen Arm um ihn und zog ihn zu sich in die horizontale Pose.

„...Ich weiß nicht.“ Mats kniff leicht die Lippen zusammen. „Es hat sicher seine Gründe, warum wir dieses Ritual haben. Wenn man vorher schon...“
Neven nahm ihm den Rest der Worte mit einem ungestümen Kuss. Mario lehnte sich zurück in seine Kissen und betrachtete interessiert das Zungenspiel.
„Ich sag dir doch...“ Neven wischte sich den Mund ab und nickte in Richtung Mario. „Der Kleine is’ viel zu frech.“
„Hmmm.“ Machte Mats. Er hatte sein intellektuelles, souveränes Verhalten abgelegt und grinste Neven dümmlich an. Oder vielleicht auch nur verliebt, das konnte Mario schlecht beurteilen.

„Dass ihr miteinander was habt, ist unüberhörbar.“ Kommentierte Mario, während er auf seinem iPod nach seiner Einschlafliste suchte. „Aber fickt ihr auch noch mit anderen aus dem Team?“
„Klar, was denkst du denn, wozu es die Gemeinschaft gibt?“ Neven warf ihm einen kurzen Blick zu und hob spöttisch die Mundwinkel an.
„Ich hätt’ mir auch gut Monogamie vorstellen können.“ Mario grinste. „Ach nee... der Mats hat doch ne Freundin. Also doch nicht.“

Sofort merkte er, wie die Stimmung kippte. Ha, da hatte er tatsächlich einen wunden Punkt getroffen. Zhen zu null für Götze! Mats warf ihm einen Mordsblick zu und Neven war aufgestanden. Er strich sich kurz durch die Haare und verschwand dann im Bad.
„Ganz große Leistung, Mario, wirklich!“ keifte Mats gleich los. „Kannste nicht wenigstens den Mund halten wenn du schon so reinplatzen musst?“
„Na, ist doch wahr.“ Mario spürte das Genugtun wohlig im Magen. Er hatte es einfach drauf! „Du fickst ihn, dann deine Freundin, dann... ach, was. Du lässt dich fi –“
„Halt die Fresse!“ Mats schien nun wirklich wütend zu sein. „Das geht dich nichts an, du Hosenscheißer.“
„Was denn, ist doch ne Gemeinschaft?“
„Du, mein Lieber, hattest Romans Schwanz noch nicht im Hintern, also Klappe!“

Das zog. Mario biss sich auf die Lippe und setzte sich dann die Kopfhörer auf. Warum, zum Teufel, wollten sie ihn denn noch nicht einführen? Er konnte sehr wohl ein paar intime Stunden mit dem Torwart aushalten. Sogar Lasse war schon dran gewesen, und Mitch, Himmel, sogar Kagawa! Nur er noch nicht.

Als er wieder aufsah, war Neven, frisch geduscht, wieder im Zimmer und ließ sich von Mats abknutschen. Sie machten so lange herum, bis es dann doch etwas gruselig wurde. Langsam, fast schon verspielt ging Mats in die Knie und Neven lehnte sich mit einer Miene der puren Wonne gegen die Wand.
Mario wollte schon die Musik lauter drehen, um den neuen Stöhnlauten zu entkommen, da klingelte das Hoteltelefon auf dem Nachttisch. Entnervt und mit Nevens Keuchen im Ohr hob er ab.
„Ja?“
„Sollst du rüber kommen in Zimmer.“
„Lukas?“
„In Zimmer von Roman.“ Piszczeck redete unbeirrt weiter.
„Okay. Was ist denn los?“
„Neven und Mats bei dir?“
„Ja. Tanken Eiweiße nach.“
„Schön. Du auch müssen tanken. Geh in Zimmer von Roman.“ Und schon hatte er aufgelegt.

Verwirrt und mit einer leisen Vorahnung kletterte Mario aus dem Bett, warf noch schnell einen Blick zurück auf das Bild: Neven hatte Mats unsanft am Schopf gepackt und drückte ihn näher. Mats schien nicht minder begeistert von ihrer Gesamtsituation und machte irgendwelche Laute. Mit vollem Mund.

Der Gang war wie ausgestorben und langsam wurde es doch ein bisschen unheimlich. Romans Tür öffnete sich schon beim ersten Klopfer. Sehr zu seinem Erstaunen blickte Mitch ihn ungeduldig durch den Türspalt an. „What?“
„Äh. Roman called me.“
“Oh boy.” Mitch machte einen Schritt zur Seite. Die Art und Weise, wie er sich das Kissen vor den Schritt hielt, kam Mario seltsam bekannt vor. „Be quick, damn it.“

Leicht verunsichert trat Mario ein. Tatsächlich lag Roman splitterfasernackt auf dem Bett und setzte sich auf, sobald er Mario erblickte. „Bitte erschreck dich nicht, ich werde es nachher alles erklären, ja?“
„Ich...“ Mario schnappte kurz nach Luft. Schluckte. Dann warf er einen Blick über die Schulter, zum für seine Verhältnisse doch recht grantigem Australier. „Ist es wenigstens ein Dreier?“

„Junge, es sind seit acht Spielen nur noch Dreier.“

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